Q1: Exkursion nach Weimar

Am 26. bis 27. Januar ist ein Teil der Q1 mit Frau Grundmann und Herrn Hamm in die Stadt Weimar gefahren. Grund dafür war der Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Im Mittelpunkt stand ein Besuch auf dem nahen „Ettersberg“, Standort des ehemaligen KZ Buchenwald und heute Gedenkstätte. Am ersten Tag hatten wir in zwei Gruppen eine Stadtführung durch Weimar, auf der uns viele historisch wichtige Orte und Denkmäler vorgestellt wurden, darunter das Goethe-Schiller-Denkmal, das Thälmann-Denkmal und das Hotel „Elephant“, welches auf dem Marktplatz steht. Thälmann war kommunistischer Politiker in der Weimarer Republik, weshalb er von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Auf dem Balkon des Hotels „Elephant“ hielt Hitler mehrere Reden.

Am nächsten Tag lag der Fokus auf der Gedenkstätte. Angekommen sind wir an der sogenannten „Blutstraße“; diese hat ihren Namen daher, weil viele Zwangsarbeiter beim Bau von den Schienen, welche vom Bahnhof in Weimar bis nach Buchenwald führten, umkamen. Aufgrund der Wetterverhältnisse liefen wir den Gedenkweg nicht entlang, sondern fuhren mit dem Bus bis nach Buchenwald. Zuerst betrachteten wir das Ende der Gleise und unsere Historkerin erklärte uns, dass die Zwangsarbeiter in einem schnellen Tempo arbeiten mussten und das bei jeglichem Wetter, im „besten Fall“ in Holzschuhen. Daraufhin gingen wir auf das Gelände. Dort sahen wir einen Informationsfilm, in welchem Zeitzeugen von ihren Erfahrungen in diesem Lager berichteten. Nach einer kurzen Pause gingen wir auf das Gelände, auf dem sich früher die Baracken für die Gefangenen befanden. Auf diesem sind sehr viele Menschen gestorben, entweder durch Krankheiten oder Verhungern oder durch Ermordung durch

die SS. Am Eingangstor steht immer noch der Spruch „Jedem das Seine“. Dieser Spruch ist nur von innen lesbar und sollte den Gefangenen einreden, dass sie selber schuld an ihrer Lage sind. Direkt neben dem Eingangstor befinden sich ehemalige Foltergefängnisse, die so angelegt waren, dass die Gefangenen mitbekommen haben, was darin passierte. Die Menschen befanden sich in Baracken. In einer Baracke waren 500-800, manchmal sogar 1000-1800 Gefangene untergebracht. Danach sind wir in das sogenannte „Kleine Lager“ gegangen, wo von einem Gefangenen (Antonín Kalinna) ein Schutzraum für Kinder geschaffen wurde, damit diese nicht nach Auschwitz gebracht wurden. Antonín Kalinna hat sich mehrere Sachen einfallen lassen, um diese Kinder zu schützen; so hat er zum Beispiel ein Schild an die Baracke gehängt, auf dem stand, dass die darin Lebenden Typhus (Fleckfieber) haben. Von dem „Kleinen Lager“ ging es weiter zur Verbrennungsanlage. Die Öfen wurden von der ortsansässigen Firma „Topf und Söhne“ freiwillig bereitgestellt und gebaut. Gearbeitet haben dort Häftlinge, welche bereits nach kurzer Zeit ermordet wurden. Der Grund für die Ermordung war, dass die SS dieses Vorgehen geheim halten wollte. Am Ende gab es noch eine Reflexionsrunde.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Exkursion sehr eindrucksvoll und auch sehr informativ war. Die Exkursion ist nicht nur für den LK Geschichte interessant, sondern für jeden, da man sich besser in die Situation hineinversetzen kann, wenn man vor Ort ist, anstatt dass man es nur aus Geschichtsbüchern lernt. Auch übermittelt es die tiefgehende Stimmung, welche man so in dem Bericht nicht zum Ausdruck bringen kann. Wir durften in Weimar so viele interessante Informationen erhalten, welche zu viel für diesen Bericht wären.

Katja, Katharina und Lilli aus der Q1